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EIN AUSFLUG ZU DEN TÖPFERN IN SOUFFLENHEIM 

Kennen Sie den Elsässischen Kougelhopf? Dieser berühmte elsässische Kuchen wird in Formen aus gebranntem Ton gebacken, die aus der kleinen Stadt Soufflenheim stammen. Ein großer Teil der typisch elsässischen Gastronomie wie Sauerkraut, Baeckeoffe oder Laemmele wird in Terrinen und Formen zubereitet, die in der Region hergestellt werden.

EIN REMAKE VON GHOST?

Stellen Sie sich Patrick Swayze mit Demi Moore inmitten der Werkstätten und dem Ton vor... In der wirklichen Welt sind die Töpfer ganz normale warmherzige Menschen mit äußerst geschickten Händen. Die Töpfereien öffnen Besuchern ihre Pforten, um ihr weltberühmtes Handwerkswissen weiterzugeben.

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TÖPFERN IST NICHT NUR EINE BESCHÄFTIGUNG FÜR DIE GROSSMUTTER!

Der Beweis dafür sind die zeitgenössischen Produkte und die trendigen Farben und Formen, die man heute in jedem Geschäft findet. Und die Gastronomie lässt sich auch in keine Schubladen zwängen: der Geschmack von Speisen, die in qualitativ hochwertigen Töpfen zubereitet wurden, das Schöne und Gute steht jedermann offen. Und selbst die großen Sterne-Köche beziehen Produkte bei den Töpfern von Soufflenheim.

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DIE TÖPFER-BESICHTIGUNGSTOUR

Sind Sie neugierig geworden? Umso besser! Denn die Entdeckungstour durch das Dorf wird diese Neugier bestätigen und das auch noch mit guter Laune. Eine Karte und eine Wegbeschreibung in Form einer Schatzsuche für die Kinder, das verspricht jede Menge Spaß. Sie werden in die Grundlagen der Töpferei sowie in die Folgeetappen von der Herstellung bis hin zur Verzierung jedes einzelnen Stückes eingeweiht. Und das Beste daran ist die Leidenschaft, die man verspürt, wenn die Töpfer über ihr Handwerk sprechen, für eine Tätigkeit, die sie aufrichtig lieben und von Generation zu Generation weitergeben.

Einkaufsideen

Hopp! Hopp! Hopp!  Haben Sie daran gedacht, ein kleines Stückchen Elsass im Gepäck mit nach Hause zu nehmen?
Ein Kaffeebecher, eine Aufhängeobjekt, ein Schmuckstück, eine Kuchenform, ein persönlich gestalteter Teller, eine Terrine... Sie haben die Qual der Wahl! 

Dauer der Tour

2 bis 2,5 Stunden, aber Sie können sie natürlich auch abkürzen, wann immer Sie möchten!

Schwierigkeitsgrad

Keine Wanderschuhe oder Steigeisen notwendig! Einfach.

Abfahrt

Tourist office of Soufflenheim - 20B Grand'Rue - 67620 SOUFFLENHEIM

Informationen

+33 (0)3 88 86 74 90

Laden Sie die Tour herunter

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INTERVIEW: FRAUENPORTRÄTS

Lust, mehr über ein paar Töpferinnen zu erfahren, die den Familienbetrieb übernommen haben?

Lange Zeit erfolgte die Unternehmensnachfolge ausschließlich vom Vater an den Sohn. Heute besteht die jüngste Generation in Soufflenheim jedoch aus Frauen. Eine Veränderung, die zur großen Freude der Familien selbst sowie der Besucher die Traditionen auf den Kopf stellt! Wir haben für Sie diese Frauen getroffen, die Geschichte schreiben und die Traditionen am Leben halten.

DIE 3 BECK-SCHWESTERN

 

Die Töpferei Beck wurde gegen 1750 gegründet. Das Unternehmen wird heute von Richard Beck und seinen drei Töchtern Hélène, Marie und Caroline geleitet. Von Anfang an war die Produktion auf Gebrauchs- und Kochgegenstände ausgerichtet.

 

Wie sehen Sie die Stellung der Frau in der Töpferbranche?

Frauen waren schon immer sehr zahlreich in den Töpferwerkstätten vertreten und zwar insbesondere für die Dekoration oder Feinarbeiten. Es stimmt aber, dass sie seltener Führungsposten innehatten. Die Entwicklung der Gesellschaft in den letzten 50 Jahren hat es vielen Frauen ermöglicht, führende Positionen zu übernehmen!

 

Ist Ihr Vater stolz auf Sie drei?

Unser Vater ist jemand, der mit Leidenschaft bei der Sache ist. Zu sehen, wie wir uns in die Arbeit einbringen und glücklich dabei sind, löst zwangsläufig Stolz in ihm aus.

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Ist es nicht schwierig, im Kreis der Familie, mit den Schwestern zu arbeiten?

Die Arbeit im Kreis einer Familie ist nie einfach, denn auch am Ende des Tages oder während der Familienmahlzeiten drehen sich die Gespräche immer um das Unternehmen. Wir vertrauen einander genug, um uns nicht persönlich angegriffen zu fühlen. Und außerdem hat jede von uns ihre eigenen Stärken in der Branche, so dass wir uns gegenseitig ergänzen!

Haben Sie Kinder? Werden Sie den Betrieb später an Ihre Söhne oder Töchter weitergeben?

Jede von uns hat Kinder. Maries Sohn Yanis ist 16 Jahre alt und zur Zeit als Auszubildender im Unternehmen. Er absolviert eine Berufslehre als Dreher. Wir denken noch nicht über die Nachfolge nach. Die Unternehmensnachfolge muss sowieso auf natürlichem Wege geschehen. Unser Vater hat uns nie gezwungen, mit ihm zu arbeiten.

 

Das Töpferhandwerk am Ort selbst seiner Entstehung, dem Rheinland, fortzuführen, muss Sie doch mit Stolz erfüllen, nicht wahr?

Wir sind sehr stolz darauf, ein über 200 Jahre altes Unternehmen aufrechtzuerhalten und ein jahrhundertealtes Handwerkswissen zu vertreten.

DIE 2 LEHMANN-SCHWESTERN

 

Als 4. Generation der Familie Lehmann bieten Sylvie und Kathia handgemachte Töpferwaren und Keramikartikel mit minimalistischen und zeitgemäßen Verzierungen an.

 

Wie sehen Sie die Stellung der Frau in der Töpferbranche?

Ja, es ist wahr, dass früher alles vom Vater an den Sohn weitergegeben wurde, aber die Mentalitäten haben sich geändert. Warum also nicht an Frauen, Töchter, Schwestern weitergeben?

 

Ist Ihr Vater stolz auf Sie beide?

Ja natürlich, er hat uns ein echtes Handwerkswissen, sein Handwerkswissen weitergegeben! Das ist nicht zu unterschätzen!

 

Ist es nicht schwierig, im Kreis der Familie, mit der Schwester zu arbeiten?

Nein, im Gegenteil, es ist eine Stärke. Wir können in schwierigen Zeiten zusammenhalten und zu zweit alles geben!

 

Haben Sie Kinder? Werden Sie den Betrieb später an Ihre Söhne oder Töchter weitergeben?

Ja, wir haben jeweils zwei Kinder. Im Moment möchten wir sie einfach nur aufwachsen lassen. Das Ausüben eines Handwerks muss mit Leidenschaft geschehen, es muss also von ihnen kommen, wir wollen sie keineswegs zwingen!

 

Was gefällt Ihnen an diesem Beruf am besten?

Für Sylvie ist es das Drehen und für Kathia die Dekoration und der Kontakt mit der Kundschaft. Die Menschen sind oft erstaunt, vor allem in Straßburg in dem Geschäft, das wir dort haben. Die Besucher sind immer sehr überrascht, uns zu sehen: die Hersteller sind gleichzeitig auch die Verkäufer und bedienen die Ladenkasse.

 

Das Töpferhandwerk am Ort selbst seiner Entstehung, dem Rheinland, fortzuführen, muss Sie doch mit Stolz erfüllen, nicht wahr?

Ja, das Soufflenheimer Töpferhandwerk ist heute zu einem wahren Kulturerbe geworden, das es zu erhalten gilt!

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Peggy wehrling

Die Handwerkstatt „G. Wehrling & Fille“ ist auf elsässische Volkskunst spezialisiert. Die hergestellten Töpferwaren sind Steingut, welches hauptsächlich für den täglichen Gebrauch in der Küche bestimmt ist. Die Produktion ist handwerklich und die Töpferwaren werden in kleinen Mengen nach jahreszeitbedingten Themenbereichen hergestellt.

 

Wie sehen Sie die Stellung der Frau in der Töpferbranche?

Ich finde, dass Frauen schon immer einen wichtigen Platz in den Werkstätten eingenommen haben. Sie sind es, die die Töpferwaren dekorierten, ihre Kreativität einbrachten und den Laden am Laufen hielten! Aber es stimmt schon, dass sie im Schatten ihrer Ehemänner standen, die die körperlich schweren Arbeiten erbrachten und dem Unternehmen ihren Namen und Ruf verliehen. Glücklicherweise haben sich die Arbeitstechniken verbessert und die Dinge haben sich geändert!

 

Ist Ihr Vater stolz auf Sie?

Ja, ich glaube, mein Vater ist stolz auf mich, aber ich würde eher sagen, dass wir gegenseitig stolz aufeinander sind. Er hat mir immer freie Hand gelassen bei meinen Ideen und das hat mir ermöglicht, meinen Platz zu finden.

 

Ist es nicht schwierig, im Kreis der Familie zu arbeiten?

Die Arbeit im Kreis der Familie mag von außen betrachtet schwierig erscheinen, aber der enorme Vorteil ist der, dass aufgrund der Verbundenheit jedes Mitglied innerhalb des Unternehmens für den gemeinsamen Erfolg sein Bestes gibt!

 

Haben Sie Kinder? Werden Sie den Betrieb später an Ihre Söhne oder Töchter weitergeben?

Ja, ich habe zwei Kinder und ich versuche, ihnen die Werte unserer Region und unsere Traditionen zu vermitteln. Man muss jedoch auch zugeben, dass die Weitergabe eines Familienunternehmens eine schwere Last ist. Ich lasse sie lieber ihre eigenen Wege gehen. Und warum nicht, eines Tages unsere jeweiligen Erfahrungen zusammenführen.

 

Was gefällt Ihnen an diesem Beruf am besten?

Es gibt eine Reihe von Dingen, die mich diesen Beruf lieben lassen! Er besteht vor allem aus unterschiedlichen Etappen und unterschiedlichen Emotionen. Bangen und Ungeduld während des stundenlangen Brennvorgangs und dann Entzücken oder Enttäuschung, wenn der Ofen geöffnet wird, angesichts all dieser Farben. Oder auch die Freude, die das Anordnen der Waren im Laden mit sich bringt, und schließlich die Genugtuung, wenn die Arbeit von den Kunden geschätzt wird.

 

Das Töpferhandwerk am Ort selbst seiner Entstehung, dem Rheinland, fortzuführen, muss Sie doch mit Stolz erfüllen, nicht wahr?

Ich würde nirgendwo anders leben wollen als in Soufflenheim, denn hier gehöre ich hin und hier werde ich für meine Arbeit anerkannt.

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